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Vertreterversammlung der Volksbank Rhein-Lippe verbindet Genossenschaftsidee und Fußball-WM

Dinslaken. Gemeinschaft erleben – unter diesem Leitgedanken stand die diesjährige Vertreterversammlung der Volksbank Rhein-Lippe eG in der Kathrin-Türks-Halle in Dinslaken. Rund 400 Vertreterinnen, Vertreter, Gäste und Mitarbeitende informierten sich über die Entwicklung ihrer Genossenschaftsbank. Die Mitgliedervertreterinnen und - Vertreter fassten wichtige Beschlüsse und gemeinsam verbrachten alle Gäste einen besonderen Abend. Denn passend zur laufenden Fußball-Weltmeisterschaft hatte die Volksbank die Veranstaltung erstmals um ein umfangreiches Rahmenprogramm mit „Volksbank-Studio“, Podiumsdiskussion, Stadionimbiss und anschließendem Public Viewing erweitert.

„Förderung, Beteiligung und Gemeinschaft sind die Grundpfeiler unserer Genossenschaft“, betonte der Marc Indefrey, Vorstandsmitglied, in seiner Rede. Ziel sei es, die Gemeinschaft der Mitglieder nicht nur in formalen Abstimmungen, sondern auch im persönlichen Austausch erlebbar zu machen.

Im Mittelpunkt des offiziellen Teils stand das Geschäftsjahr 2025. Trotz eines von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Umfelds entwickelte sich die Volksbank Rhein-Lippe erfolgreich. Die Bilanzsumme stieg um 4,2 Prozent auf 1,864 Milliarden Euro. Das betreute Kundenvolumen überschritt mit 4,1 Mrd. € erstmals die vier Milliarden Euro-Grenze. Auch die Mitgliederzahl wuchs weiter auf 31.600 Menschen. Besonders erfreulich: Die Zahl der Mitglieder unter 30 Jahren nahm erneut zu.

Die Vertreterversammlung beschloss eine Dividende von 4 Prozent davon 1% Bonus- Dividende. Insgesamt werden damit rund 789.000 Euro an die Mitglieder ausgeschüttet.

Neben den wirtschaftlichen Kennzahlen rückte vor allem das Engagement der Bank für die Region in den Mittelpunkt. Mehr als 340.000 Euro stellte die Volksbank Rhein-Lippe im vergangenen Jahr für gemeinnützige Projekte, Vereine und Initiativen bereit. Ein Beispiel für gelebte Beteiligung ist der Mitgliederpreis der Bank, bei dem die Mitglieder selbst Vorschläge einreichen und über die Preisträger abstimmen. Mit 87 nominierten Vereinen und 1.164 abgegebenen Stimmen wurde 2025 ein neuer Beteiligungsrekord erreicht. Den ersten Platz belegte der Verein „Aufgeschlossen – Schloss Ringenberg e.V.“, der sich für den Erhalt und die kulturelle Belebung des Schlosses einsetzt. Auf Platz zwei folgte die DLRG-Jugend Wesel, Platz drei ging an die Schwimmabteilung des TV Jahn Hiesfeld.

Auch auf die Zukunftsthemen der Bank ging Indefrey ein: Die Volksbank Rhein-Lippe setzt weiterhin auf die Verbindung aus persönlicher Nähe und modernen digitalen Angeboten. Rund 32.000 persönliche Beratungsgespräche, mehr als 5.300 Videoberatungen sowie fast 7 Millionen digitale Kontakte über App und Online-Banking zeigen, dass Kundinnen und Kunden heute unterschiedliche Wege der Kommunikation nutzen möchten. Darüber hinaus gab Indefrey einen Ausblick auf bankübliche und neue Geschäftsfelder der Bank, die weiteren Kundennutzen bieten. Mit der Videlis Immobilienmanagement GmbH startet zum 1. Juli eine eigene Hausverwaltungsgesellschaft. Zudem soll mit dem Angebot „Stroya“ die Umsetzung von Mieterstrommodellen für Mehrfamilienhäuser erleichtert werden.

Bei den turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Dr. Thomas Becker, Heinrich Egeling und Dirk Hasselkamp erneut einstimmig in das Gremium gewählt. Verabschiedet wurde Walburga Wüster, die die Entwicklung der Volksbank Rhein-Lippe über mehr als drei Jahrzehnte im Aufsichtsrat begleitet hatte. Die beiden neuen Aufsichtsratskandidaten Anna Ebbert (Architektin in Hamminkeln) sowie Henning Hauschild (Facharzt für Innere Medizin in Voerde) sind dem genossenschaftlichen Gedanken eng verbunden und stellten sich der Versammlung überzeugend vor. Dass beide schließlich ohne Gegenstimmen gewählt wurden, überraschte daher kaum.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die von WDR-Moderatorin Nina Heuser geleitete Talkrunde im „Volksbank-Studio“. Pablo Thiam, Ex-Fußballprofi und heutiger Leiter für Nachwuchsförderung beim VfL Bochum, und Sven Kirstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Auf Schalke eG, diskutierten gemeinsam mit den beiden Volksbank-Vorständen über die Bedeutung von Teamgeist, Nachwuchsförderung, regionaler Verwurzelung und Parallelen zwischen Sportvereinen und Genossenschaften. Zum Auftakt der Gesprächsrunde verrieten die Gäste zudem ihre fußballerischen Vorlieben: Während Sven Kirsteins Vereinspräferenz wenig überraschend ausfiel und Marc Indefrey die „einzig wahre Borussia“ ins Spiel brachte, bekannte sich Ulf Lange mit einem „Mia san Mia“ zum FC Bayern München. Bei der Frage nach dem Weltmeistertipp wurde Deutschland genannt, einzig Sven Kirstein setzte auf Frankreich. Die Fragerunde mit den Gästen bot weitere interessante Einblicke. Auf die Frage nach der finanziellen Entwicklung des FC Schalke 04 verwies Kirstein auf die in den vergangenen Jahren deutlich reduzierten Verbindlichkeiten und gab mit einem Augenzwinkern Platz 12 als seinen Tipp für den Saisonabschluss ab. Ebenso persönlich wurden die Antworten von Ex-Fußball-Profi Thiam. Auf die Frage nach früheren Auftritten in Dinslaken erinnerte er sich weniger an konkrete Spielorte als vielmehr an die Menschen und Begegnungen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Mit Blick auf die Vereinbarkeit von Profifußball und Familie schilderte er eigene Erfahrungen und betonte, wie sehr eine Karriere im Leistungssport volle Konzentration erfordert. Marc Indefrey fasste letztlich gut zusammen, dass sowohl Fußball als auch Volksbank eine starke und wichtige Mitgliederbasis haben, auf die man bauen kann.

Nach dem offiziellen Teil und der Talkrunde wurde der genossenschaftliche Gedanke der Gemeinschaft schließlich ganz praktisch gelebt: Bei einem gemeinsamen Imbiss, Torwandschießen, Kickern und Public Viewing der WM-Partie Frankreich gegen Senegal klang der Abend in geselliger Atmosphäre aus.

v.l.n.r. Kirstein, Lange, Indefrey, Heuser, Thiam