Volksbank Rhein-Lippe eG erwartet Fortsetzung der EZB-Niedrigzinspolitik und die Einführung von Negativzinsen auch für einen Teil der Privatkunden

Mehr als 95 Prozent der Kunden werden nicht betroffen sein

Angesichts der inzwischen schon seit Jahren anhaltenden Niedrig-Zinssituation und der von der Europäischen Zentralbank (EZB) und ihrem Präsidenten Mario Draghi angekündigten Fortsetzung der expansiven Geldpolitik geht die Volksbank Rhein-Lippe eG davon aus, dass Negativzinsen auch für bestimmte Geldanlagen von Privatkunden eingeführt werden.

Ulf Lange, Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Lippe eG, erläutert die komplexe Lage, die durch das ungewöhnlich langanhaltende niedrige und sogar seit Sommer 2014 negative Zinsniveau entsteht. Aufgrund der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Wirtschaftswachstum und zur Inflation rechnet die Volksbank Rhein-Lippe eG damit, dass die Ankündigungen der EZB zur Fortsetzung der expansiven Geldpolitik – und damit eine weitere Zinssenkung – nun bevorsteht. Das Minuszinsniveau habe sowohl deutliche Auswirkungen auf das Investitions– und Sparverhalten und die private Altersvorsorge der Verbraucher als auch auf die Ertragssituation des gesamten Finanzsektors, so Ulf Lange.

Hintergrund:
Das Geschäftsmodell der Banken basiert in erster Linie darauf, dass Banken für die Einlagen ihrer Kunden einen Zins zahlen und diese Einlagen zu einem etwas höheren Zins als Kredite vergeben oder ertragreich in Wertpapiere anlegen. Und jetzt wird's knifflig: Banken und Sparkassen bekommen bei der EZB auf ihre Einlagen kein Geld mehr, sondern müssen 0,4 Prozent Negativzinsen bezahlen. Und dieser negative Zinssatz könnte noch weiter abgesenkt werden, denn eine Zinswende ist nicht in Sicht. Die EZB hat ihre Zinspolitik bekräftigt und wegen der schwächelnden Konjunktur eine weitere Verschärfung nicht ausgeschlossen.


Die Volksbank Rhein-Lippe eG prüft ebenfalls, die Berechnung von Negativzinsen auch für Privatkunden mit hohen Guthaben - etwa auf Tages- und Festgeldern - einzuführen. Die einzigartige und komplexe Themenstellung verlangt jedoch eine sehr sorgfältige Abwägung und Vorgehensweise.

„Als Volksbank Rhein-Lippe eG ist es unser Selbstverständnis, dass wir offen und transparent mit diesen geschäftspolitischen Überlegungen umgehen“, betont das Vorstandsmitglied Gerhard Bremekamp in seinem Statement und führt weiter aus: „Als Genossenschaftsbank ist das Institut den Mitgliedern und Kunden verpflichtet und muss natürlich auch die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten berücksichtigen.“

Mehr als 95 Prozent der Kunden werden nicht betroffen sein

„Auf Grund der historisch niedrigen Zinsen sind wir bereits seit langem mit vielen unserer Mitglieder und Kunden zu den Themen Vermögensstrukturierung und Vermögenssicherung im Gespräch“, so Ulf Lange zur Vorgehensweise der Bank.

Unabhängig von der EZB-Zinsentscheidung am kommenden Donnerstag wird eine umfangreichere Einführung von Negativzinsen auf bestehende Einlagen nicht vor 2020 erfolgen. „Wir werden keine Berechnung vornehmen, ohne vorher mit den relevanten Kunden ein individuelles Beratungsgespräch zu führen. Im Sinne einer zeitgemäßen Vermögensstrukturierung gibt es alternative Geldanlagen und Lösungen. Wir raten unseren Kunden, eine Umschichtung von Geldern in rentablere Anlageformen mit vertretbaren Risiken zu erwägen“, so Ulf Lange weiter: „Die Festlegung der Freigrenzen und der Kondition machen wir abhängig von den Entscheidungen der EZB und des weiteren Verlaufes der Zinspolitik.  Nach unseren jetzigen Überlegungen gehen wir davon aus, dass mehr als 95 Prozent unserer Kunden von der Berechnung der Negativzinsen nicht betroffen sein werden.“