Bilanzpressekonferenz

Volksbank Rhein-Lippe eG setzt Wachstumskurs in 2020 fort

Bilanzpressekonferenz, 21.01.2021
Bilanzpressekonferenz, 21.01.2021

Genossenschaft setzt auf Partnerschaft zu ihren Mitgliedern und Kunden

Wesel/Dinslaken. „Das letzte Jahr hat gezeigt, dass wir der starke Partner an der Seite unserer Mitglieder und Kunden sind und diese auf ihrem Weg zum Erfolg begleiten“, so Ulf Lange, Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Lippe. Zur digitalen Bilanzpressekonferenz warf das dreiköpfige Vorstandsteam einen Blick auf das vergangene besondere Jahr 2020 und gab einen Ausblick auf aktuelle Themen.

Morgen kann kommen

Ein Video aus der bundesweiten Volksbanken-Kampagne „Morgen kann kommen“ strahlt Mut und Zuversicht in schwierigen Zeiten aus und spricht wohl gerade jetzt vielen aus dem Herzen.  Auch die Volksbank Rhein-Lippe sieht die herausfordernde aktuelle Lage, startet aber zuversichtlich in das Jahr 2021 und glaubt fest an die Partnerschaft mit ihren Mitgliedern und Kunden in der Region.

„Zusammenhalten ist immer noch die beste Zukunftsstrategie“, kommentierte Ulf Lange an dieser Stelle.

Im Jahr 2020 nah dran

Mit einigen Bildern des Jahres 2020 ließ die Volksbank das Jahr Revue passieren. Auch im außergewöhnlichen 2020 hat die Volksbank Rhein-Lippe an vielen Stellen bewiesen, dass sie nah dran ist und für die Region und die Menschen einsteht. Gerade jetzt sei es doch besonders wichtig, sich als verlässlicher Partner zu beweisen, sind sich die Vorstände einig.

Das Team der Volksbank zeigte sich auch 2020 mit Herz und Hand. Mit Volker Möllenbeck erhielt ein Volksbanker die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für ehrenamtliche Arbeit. Als bundesweit bester Azubi wurde Patrick Hedermann ausgezeichnet. Mit vereinten Kräften und hellwach in ihren Kundengesprächen haben Volksbank-Mitarbeiterinnen Schaden aus sogenannten Schockanrufen verhindert. Der beste Azubi und die besondere Aufmerksamkeit in den Kundengesprächen lockten sogar den WDR ins Haus. Dies alles sei dem hohen Engagement und dem ehrlichen Interesse an den Menschen zu verdanken, zeigten sich die drei Vorstände sichtlich stolz.

Partner auf dem Weg zum Erfolg

„Wir begleiten Menschen auf ihrem Weg zum Erfolg“, dass diese Aussage kein Werbeslogan, sondern tief im Alltag verwurzelt ist, machten die Vorstände an konkreten Beispielen deutlich.

Das letzte Jahr bot ein sehr herausforderndes Umfeld und war geprägt von unzähligen Kundengesprächen im Zusammenhang mit der Pandemie. Sowohl im Firmen– als und im Privatkundenbereich konnte die Volksbank mit konkreten Antworten den Mitgliedern und Kunden zur Seite stehen. Vielfältige Fragen auch zu den teilweise turbulenten Kapitalmärkten wurden beantwortet und Lösungen für Firmenkunden mit der Bereitstellung von Soforthilfen, Tilgungsaussetzungen und öffentlichen Förderprogrammen gefunden.

„Uns war dabei wichtig, schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Das gesamte Berater-Team konnte in dieser besonderen Phase all seine Kompetenz und Erfahrung in die Waagschale werfen,“ so Lange. Mit ihren umfangreichen Aktivitäten habe die Volksbank Rhein-Lippe ihren Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen in der Region geleistet.

Mehr als 800 Kunden nahmen beispielsweise die Möglichkeit der Tilgungsaussetzung in Anspruch. Um zügig weitere Liquidität zu verschaffen, konnte die Volksbank Rhein-Lippe rund 12 Mio. Euro an Fördermittelkrediten bereitstellen.

Aber auch losgelöst von dem besonderen Beratungsbedarf gehe es bei der Volksbank immer um die Beratung auf Augenhöhe bei allen Finanzthemen, so der Tenor.

Ebenso seien die Einbindung heimischer Fachleute und Handwerker bei volksbankeigenen Projekten und die Unterstützung von Vereinen und gemeinnützigen Institutionen gute Beispiele für erfolgreiches Miteinander. „Die Volksbank Rhein-Lippe ist eine moderne Bank, die sich am Bedarf und der Nachfrage in der Region und an den Menschen ausrichtet“, so Ulf Lange.

Weiter auf Wachstumskurs

Mehr Kredite, mehr Geldanlagen in Fonds und Aktien, mehr Mitglieder - bei der Volksbank Rhein-Lippe standen die Zeichen im Jahr 2020 auf Wachstum.

Die Bilanzsumme stieg im abgelaufenen Jahr auf über 1,5 Mrd. Euro (+ 3,3 Prozent). Das betreute Kundenvolumen steigerte sich um 4,7 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden bei den Wertpapieranlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungsgeschäft. Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war wie in den vorherigen Jahren sehr lebhaft. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf knapp 1,2 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 4,2 Prozent. Das Plus bei den Krediten verteile sich auf alle Kundengruppen, erläutert Ulf Lange die Zahlen. Auf Familien, die in eine Immobilie investieren ebenso wie auf gewerbliche Darlehen für den Mittelstand.

Die Volksbank Immobilien Niederrhein GmbH - kurz VIN - hat im Jahr 2020 erneut ein Rekordergebnis erzielen können. Zum Jahresende 2020 konnte das Team der VIN für die Kunden im Marktgebiet der Volksbank Rhein-Lippe 85 Objekte vermitteln und damit helfen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Damit wurde ein Kaufpreisvolumen von rund 21 Mio. Euro unter Dach und Fach gebracht. Insgesamt vermittelten die Maklerinnen und Makler 192 Objekte mit einem Gesamtvolumen von 48 Mio. Euro.

Die Volksbank Rhein-Lippe ist mit insgesamt 301 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Kunden da. 31.751 Menschen sind Mitglieder und damit Miteigentümer der Genossenschaftsbank.

Hausbank

Für dieses Jahr hat sich die Volksbank Rhein-Lippe zum Ziel gesetzt, noch mehr als bisher in der Rolle der Hausbank zu überzeugen. Die Kunden wüssten zu schätzen, wenn die Kompetenz zu allen Fragen rund um die Finanzdienstleistungen quasi unter einem Dach gebündelt sei. Das Hausbankmodell belohnt Kunden für ihre Treue und Inanspruchnahme von Produkten und Dienstleistungen. Im letzten Jahr hat die Volksbank eine Summe von mehr als 300.000 Euro an die Kunden als Bonus im Rahmen ihres Hausbankmodells ausgeschüttet. Dazu kam noch ein Betrag von rund 80.000 Euro als Rückerstattung für Kreditkartenumsätze.

Gerade in bewegten Zeiten und bei der Vielzahl an Finanz-Entscheidungen sei ein verlässlicher Partner Gold wert, so die Vorstände, die selbstbewusst dafür werben, das Team der Volksbank Rhein-Lippe zu fordern und die Bank kennenzulernen. Dabei seien die Kundenbeziehungen auf Dauer und auf eine nachhaltige Zusammenarbeit angelegt.

Vermögensstruktur und Vermögenssicherung

„Unsere Beratungen zur Vermögenssicherung waren sehr erfolgreich und wurden von unseren Kunden dankbar angenommen“, so Vorstandsmitglied Lange.

Nur eine ausgewogene Vermögensstrukturierung verhindert einen Kaufkraftverlust durch Inflation und Verwahrentgelten. Die Kunden setzten daher mehr auf Anlagen in Wertpapiere und Investmentfonds, was gut und richtig sei. Dass es je nach Anlegertyp auf die richtige Mischung und Struktur der Geldanlagen ankommt, sei selbstverständlich. Ziel all dieser Beratungen sei es, eine anleger- und bedarfsgerechte Anlagesituation zur Sicherung des Vermögens der Mitglieder und Kunden zu erreichen. Mehr und mehr rücke auch der Aspekt der nachhaltigen Geldanlage in den Mittelpunkt.

Im aktuellen Zinsumfeld ist eine breite Streuung der Vermögenswerte unerlässlich, der Erfolg der Beratungen wird durch die Wachstumszahlen etwa beim Verbundpartner Union Investment belegt. Die Kunden vertrauen der renommierten Investmentgesellschaft – dort wird eine Investment-volumen in Höhe von 375 Millionen Euro für die Volksbank-Kunden betreut.  Der Bestand wuchs damit um knapp 15 Prozent. Auch oder gerade, weil das Börsenjahr 2020 alles andere als ruhig verlaufen ist, entschieden sich viele Anleger zu investieren. Ebenso stiegen die übrigen Wertpapierbestände und Aktien-Anlagen in den Wertpapierdepots der Kunden deutlich und lagen zum Stichtag bei knapp 190 Millionen Euro.

Partner des Mittelstandes

Die Volksbank Rhein-Lippe sei, so Ulf Lange, traditionell ein verlässlicher Partner des Mittelstandes in der Region. In regelmäßigen Unternehmerdialogen und Strategiegesprächen erörtern die Beraterinnen und Berater aktuelle Situationen und anstehende Planungen. Damit würden Unternehmen, Freiberufler und Gewerbebetreibende nicht nur in allgemeinen Finanzfragen, sondern auch branchenspezifisch und individuell unterstützt und beraten. Im bewegten Jahr 2020 hätten die Kunden widergespiegelt, dass die Verantwortung der Volksbank spürbar gewesen sei. Die Kunden hätten gerade in diesen schwierigeren Zeiten das aktive Handeln und vor allem die angebotenen Lösungsmöglichkeiten sehr zu schätzen gewusst. Von insgesamt 291 Mio. Euro neu vergebenen Krediten wurden rund 108 Mio. Euro der Firmenkundschaft zur Verfügung gestellt. "Unternehmer*innen, Selbstständige und Gewerbetreibende benötigen flexible Lösungen und zuverlässige Ansprechpartner", so Ulf Lange zusammenfassend.

Investition in Qualität und Erreichbarkeit

Regelmäßig beschäftigen sich die Verantwortlichen der Volksbank mit der Aufgabe, Qualität und Erreichbarkeit auf einem hohen Niveau zu halten, um den Kundenwünschen und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Unternehmerisch sei es daher sinnvoll und geboten, zu investieren, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Sowohl für eine hohe Qualität in der Beratung als auch zur Bereitstellung moderner und digitaler Zugangs- und Lösungswege müssen Angebote zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gemacht werden. „So haben wir in der Vergangenheit erfolgreich gehandelt und werden dies auch weiter so tun“, merkt Vorstandsmitglied Marc Indefrey an. Damit sichere die Volksbank sich ihre starke Position vor Ort und festige ihr gutes Image als kompetenter Finanzdienstleister und attraktiver Arbeitgeber.

„Wir erweitern, modernisieren und ergänzen unsere Zugangswege, wo immer wir es für angemessen halten und wir Nachfrage spüren. Unter Erreichbarkeit und Qualität verstehen wir auch, dass wir persönlich und digital kompetent sind“, erläutert Indefrey ausführlich.

Kurz vor Weihnachten hat das Team in der modernisierten Bankstelle in Hiesfeld die Arbeit wieder aufgenommen. Die Resonanz der Kunden nach der mehrmonatigen Umbauphase sei positiv und das Team vor Ort fühle sich sehr wohl, berichtet Marc Indefrey. Mit der Investition in Hiesfeld habe die Bank ein weiteres Bekenntnis zur Region abgegeben.

Der Bau des neuen Gebäudes in Friedrichsfeld liege im Plan. Mit den Fachleuten und Handwerkern, die überwiegend aus der Region stammen, funktioniere die Zusammenarbeit einmal mehr sehr erfolgreich. Das neue Gebäude möchten die Bauherren nicht als „Verwaltung“ oder „Zentrale“ verstehen. Vielmehr soll es ein Teil des Volksbank-Netzwerks werden. Um dies deutlich zu machen, habe man sogar einen internen Namenswettbewerb gestartet, der schon viele kreative Ideen hervorgebracht hat. Mehr wollten die Vorstände allerdings zur künftigen Bezeichnung des Neubaus noch nicht verraten.

Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit beleuchtete Claus Overlöper aus Sicht der Volksbank Rhein-Lippe: „Für uns als Genossenschaftsbank ist Nachhaltigkeit sozusagen in der Geschäftsphilosophie verankert.“ Grundsätzlich stehe eine Genossenschaft für Nachhaltigkeit, weil sie von ihren Mitgliedern getragen würde, den regionalen Markt bediene und über ein eigenes, nicht von Steuergeldern finanziertes Sicherungssystem verfüge. Die Geschäftsbeziehungen seien immer auf Dauer angelegt, denn als Volksbank lege man auch unter diesem Aspekt Wert auf Nachhaltigkeit im Sinne von Verlässlichkeit und Beständigkeit.

Die Volksbank Rhein-Lippe übernehme als Wirtschaftsunternehmen, als Finanzdienstleister, Geschäftspartner, Arbeitgeber und Sponsor Verantwortung - auch im Sinn der Nachhaltigkeit.

Der Kerngedanke einer Genossenschaft ist, dass man als Gemeinschaft mit gebündelten Kräften erfolgreicher ist als im Alleingang. Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung sind wichtige Eckpfeiler für nachhaltiges wirtschaftliches genossenschaftliches Handeln. Genossenschaften setzen auf langfristiges Mitwirken und Gestalten. Auf diesen Prinzipien baut auch nachhaltiges Wirtschaften auf.

Nachhaltigkeit betrachte man unter wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten. Hier sei die Volksbank Rhein-Lippe eG, so Claus Overlöper, bereits heute gut aufgestellt.

Ausblick

Die Verantwortlichen der Volksbank Rhein-Lippe rechnen auch für das Jahr 2021 mit einem herausfordernden Umfeld. Zum einen müssten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gemanagt werden. Auch wenn bundesweit mit einer steigenden Anzahl an Insolvenzen gerechnet wird – für die Volksbank sei dieses Risiko aber kalkulierbar und beherrschbar. Zum anderen werde das anhaltend niedrige Zinsniveau negative Auswirkungen auf das Ergebnis der Bank haben. Die marktbedingte Verringerung des Zinsüberschusses sei die zentrale Herausforderung für alle Banken, so der Vorstand. Gleichwohl ermögliche das Geschäftsergebnis auch in 2021 sowohl eine angemessene Eigenkapitaldotierung als auch - sofern es die Aufsicht erlaube - die Ausschüttung einer Dividende.

„Die Aufgaben bleiben anspruchsvoll“, so das Vorstandsteam der Volksbank Rhein-Lippe. Man sehe sich aber gut aufgestellt und in einer stabilen Ausgangslage, um in eine erfolgreiche Zukunft zu steuern. Aus aktueller Sicht spräche vieles dafür, dass die Konjunktur ihre Erholung fortsetzen werde, auch wenn Unsicherheiten vorhanden sind. Die positiven Vorzeichen wolle man mitnehmen, um die Marktposition in dem anspruchsvollen Umfeld weiter auszubauen, wagen die drei Vorstände den Ausblick.