„Sterne des Sports“ würdigen gesellschaftliches Engagement

„Sterne des Sports“ würdigen gesellschaftliches Engagement

Die Volksbank Rhein-Lippe eG hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zum wiederholten Mal die „Sterne des Sports“ in Bronze vergeben und möchte damit das gesellschaftliche Engagement der Sportvereine in der Region anerkennen und wertschätzen.
„Bei den Sternen des Sports wird nicht die eigentliche sportliche Leistung des Vereins gewürdigt, sondern das gesellschaftliche Engagement, das sich in den verschiedensten Bereichen und Aktivitäten wiederfinden kann“, erläutert Vorstandsmitglied Claus Overlöper bei der Preisverleihung.  
Elf Bewerbungen hatten Sportvereinen aus dem gesamten Geschäftsgebiet in diesem Jahr bei der Volksbank Rhein-Lippe eG eingereicht. Nach eingehender Beratung wurden vier Projekte aus den Bereichen Bewegung, Integration, Inklusion und soziales Engagement von der Sterne-Jury zu Siegern gekürt.
Der SuS 09 e.V. Dinslaken sicherte sich den mit 1.500 Euro dotierten „Großen Stern des Sports“ in Bronze. Die Trainer der Fußball-Jugendabteilung initiierten kurzerhand das Projekt „Impf-Taxi für Senioren“ und boten so der älteren Generation Unterstützung bei den Impfterminen an. „Für viele Ältere war es im Frühjahr schwierig zum Impfzentrum nach Wesel zu gelangen“, sagt Fußballjugend-Abteilungsleiter André Remke, "daher haben wir sie mit den vorhandenen Vereinsfahrzeugen zu Hause abgeholt und zum Impfzentrum gefahren.“ Koordiniert wurde die Aktion über das Seniorenbüro der Stadt Dinslaken. Etliche Personen konnten dadurch ihre Termine für die Erst- und Zweitimpfung pünktlich wahrnehmen. Auch für die Drittimpfung „steht das Team parat“. Durch die Aktion habe der Verein gesellschaftliche Verantwortung für die ältere Generation übernommen, lautet das Urteil der Jury.
Drei weitere „Sterne des Sports“ in Bronze wurden an den Zweitplatzierten TC Blau-Weiß Spellen e. V. (1.000 Euro) sowie an die beiden Drittplatzierten den TV Bruckhausen e. V. und den 1. Budokan Hünxe e. V. (beide 500 Euro) vergeben.
Das „Fair-Play-Projekt“ des TC Blau-Weiß Spellen begann bereits im Jahr 2015. „Wir haben uns überlegt, was können wir für die Kinder und Jugendlichen tun, die allein und ohne Familie nach Deutschland gekommen sind“, erzählt Nicola Lehmkühler. Um die Kinder aufzufangen, wollte man das Miteinander mit dem Sportlichen verbinden.
„Wir haben uns mit dem Jugendamt der Stadt kurzgeschlossen und die damals 14- bis 17-Jährigen jeden Dienstag ‚eingesammelt‘ und nach dem Sport wieder nach Hause gebracht“, sagt sie. Das Training haben Mitglieder des Vereins ehrenamtlich durchgeführt. Anfänglich ohne Verständigung. Heute sprechen sie fließend Deutsch, haben ihr Abitur oder ihre Ausbildung bestanden. Einer von ihnen studiere mittlerweile Politikwissenschaften.
Als Vereinsmitglieder spielen sie nach wie vor Tennis - berufsbedingt immer sonntags. „Es ist schön zu sehen, dass sie so gut vorangekommen sind und auf eigenen Beinen stehen. Sie sind auf dem richtigen Weg“, weiß Lehmkühler. Die Menschen mit Migrationshintergrund über den Sport an der Gesellschaft teilhaben zu lassen und ihnen ein Stück Wurzeln zu bieten, damit punktete das nachhaltige Integrationsprojekt bei der Jury.
Der „Fitnesspfad“ durch den Wald war die Antwort des TV Bruckhausen auf Bewegungsmangel und Corona-Sportverbot. Das gefiel der Jury, denn draußen an der frischen Luft erlaubt er es, auf 600 Metern Länge Sport nach geltenden Regeln auszuüben. Mit vier Übungsleitern und einer Kamera wurden 1500 Bilder aufgenommen. Daraus sind die Anleitungen für die 35 Stationen des Trimm-Dich-Pfades entstanden. „An den Bäumen sind Übungsanleitungen in drei Schwierigkeitsgraden angebracht und daher für jedes Fitnesslevel umsetzbar“, erklärt Nadine Römer, Übungsleiterin beim TV Bruckhausen. Als Geräte werden Bäume und Baumstämme eingesetzt. „Das Projekt spricht Jung und Alt an und wurde gut angenommen“, sagt sie. „Der Pfad wird bleiben und soll zukünftig auch von der nahen gelegenen Grundschule genutzt werden.“
Der 1. Budokan Hünxe überzeugte die Jury mit dem Thema „Outdoortraining mit verlängerter Hand“. Unter Berücksichtigung der AHA-Regeln, konnten die Übenden trotz des Sicherheitsabstandes taktile Unterstützung erfahren und das Judo-Training weitestgehend fortgeführt werden.
„Anhand dieser Beispiele sieht man, wie auf unterschiedlichen Wegen positive Beiträge für die Gesellschaft geleistet werden. Herzlichen Dank dafür“, wertschätzt Claus Overlöper das Engagement der Preisträger, die stellvertretend für die Aktiven ihres Vereins den Preis entgegennahmen. Vereine führen Menschen zusammen und leisten wichtige Arbeit, die für die Gemeinschaft unverzichtbar ist, so Overlöper weiter.
Als Zeichen der Anerkennung erhalten alle nicht prämierten Sportvereine von der Volksbank Rhein-Lippe eG einen Beitrag von 250 Euro für die Vereinskasse.