Azubiprojekt 2017

Raiffeisenjahr 2018 und die genossenschaftliche Geschichte der Volksbank Rhein-Lippe eG - ein Ausbildungsjahr auf den Spuren der Genossenschaft

Azubiprojekt 2017

Dezember 2017 in Voerde. 150 Jahre ist es nun her, dass der Götterswickerhammer Vorschussverein ins Leben gerufen wurde. Somit war der Grundstein der heutigen Volksbank Rhein-Lippe eG im Teilmarkt Voerde gelegt.

Was bereits 50 Jahre zuvor durch Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Weyerbusch seinen Anfang nahm, war ein halbes Jahrhundert später bis zum Niederrhein getragen worden. Die genossenschaftliche Bewegung des Sozialreformers und Kommunalbeamten hatte in Deutschland 1867 bereits große Kreise gezogen und somit die Ausrichtung des Götterswickerhammer Vorschussvereins in seinen Wurzeln geprägt.

Raiffeisenjahr 2018 als Antrieb:
Um das genossenschaftliche Wirken der heutigen Volksbank Rhein-Lippe eG in den vergangenen 150 Jahre zu ergründen, wandelten neun Auszubildende des zweiten Ausbildungsjahres in der Vergangenheit der Bank und somit auf den Spuren von Raiffeisen. Mit Hinblick auf das Raiffeisenjahr 2018 war so schnell die Idee einer jubiläumsübergreifenden Ausstellung für den 13. Dezember 2017 in der Bankstelle Voerde geboren. Das Ergebnis sollte in einer Vernissage vor Gästen präsentiert werden.

Die Herangehensweise an die geschichtliche Aufbereitung und das Thema der Vernissage als großes Finale wurden den Auszubildenden durch den Bankenvorstand als Projektauftrag anvertraut. „Wir freuen uns auf alte Geschichte aus jungem Blickwinkel“, so Gerd Hüsken (Vorstandsmitglied). Mit Unterstützung einer Projektleitung (Heike Becker) nahm die geschichtliche Aufbereitung dann Fahrt auf. Die Lebensgeschichte von Raiffeisen wurde studiert, Archive durchforstet und Interviews geführt. Das Gründerbuch der Bank auf Sütterlin wurde übersetzt, Bilder aufbereitet und alte Technik zusammengetragen - was für eine spannende und lehrreiche Zeitreise.

Gründungsgeschichte aus Sicht der Auszubildenden:
„Für viele stehen die Volks- und Raiffeisenbanken in einem eher konservativen Licht. Dass wir als Genossenschaftsbank aber eine interessante Geschichte haben, wollen wir von unserem Ausbildungsjahr unbedingt zeigen. Wir neun sind jung, was aber nicht bedeutet, dass wir einen großen Spagat hinlegen müssen, da vor allem die Grundsätze von früher - wie zum Beispiel das Mitgliederkonzept - heute noch aktuell und modern sind. Es ist toll, dass wir diese Erfahrung machen können. Wir sind dankbar für das Vertrauen“, so die neun Auszubildenden.

Zu der Ausstellung:
Die neun Auszubildenden haben bei der geschichtlichen Aufbereitung 150 % gegeben, so entstand auch der Titel der gleichnamigen Ausstellung. Die Vernissage, als gesetztes Finale der Projektarbeit, war ein lebendiges Museum. Das Ausbildungsjahr führte in den Beratungsbüros der Bankstelle verschiedene Schauspiele auf und stellte Szenen nach. Gezeigt wurde die Szene der genossenschaftlichen Gründung der Bank, die Gangart bei früheren Geschäftsverhandlungen mit Wucherern und dem Entstehen der Überzeugung „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“, der Geschäftsstellenalltag am Weltspartag und die Aktivitäten der Betriebssportgemeinschaft. Die Räume waren dafür vorab umdekoriert und thematisch gestaltet worden. Die geladenen Gäste wurden in kleinen Gruppen von Raum zu Raum geführt und nahmen so Stück für Stück den Geist der Genossenschaft auf.

Um die Vernissage abzurunden, wurden alte Fundsachen ausgestellt wie Sparbücher, Geld, eine Münzwaage oder eine fast antike Schreibmaschine. Die Zeit zwischen den Gruppenführungen ist charmant überbrückt worden, indem Ausstellungswände mit Fusionsdaten und alten Bildern zur Einsicht aufgebaut waren.

Eine befreundete Band der Auszubildenden aus Wesel hat den Abend musikalisch begleitet (Meine Zeit). Auch der Fotograf kam aus dem jungen Bekanntenkreis der Nachwuchsbänker. Demnach wurde der Wunsch des Vorstandes „ … alte Geschichte aus jungem Blickwinkel“ voll umgesetzt. Ein gelungenes Projekt!

Reflektion des Ausbildungsjahres vier Wochen nach der Vernissage:
„Zurückblickend war es für uns eine Ehre, unsere Bankgeschichte mit dieser Vernissage zu feiern und somit dem 200.sten Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu gedenken. Diese Gelegenheit nutzten wir, um unseren Mitgliedern und Gästen zu zeigen, welche großartige Geschichte den Volksbanken zugrunde liegt. Nicht ohne Grund wurde die genossenschaftliche Idee im November 2016 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt.
Durch die lebendige Darstellung unserer Geschichte konnten wir an dem Abend den Gästen die Besonderheit unserer Volksbank-Rhein-Lippe eG nahe bringen und vermitteln, wieso die Genossenschaft noch heute so eine große Rolle spielt. Es hat uns sehr viel Freude gemacht.“